Nacht in Tränen
Ich darf nicht auftun, süßes Kind, darf dich nicht hegen, dich nicht tränken . . . Ich darf an dich nur alle Nacht, nur alle Nacht in Tränen […] Mehr lesen
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Ich atme tief durch, während ich das verstaubte Antiquariat betrete. Meine Augen durchstreifen die Regale, bis sie auf einem seltsamen Buch ruhen. Es ruft mich mit einer unheimlichen Anziehungskraft.
Das Buch in meinen Händen fühlt sich kalt an, als würde es meine Seele einfrieren. Ich öffne es und ein Flüstern, das mir Schauer über den Rücken jagt, umhüllt mich. Die Worte auf den Seiten leuchten auf, als ob sie ein Eigenleben führen.
Ich kann nicht widerstehen, den Worten zu folgen. Sie führen mich in eine Welt des Schreckens und der Verzweiflung. Jeder Vers, den ich lese, zieht mich tiefer in den Abgrund des Wahnsinns.
Plötzlich durchfluten mich Visionen von Tod und Zerstörung. Die Grenzen zwischen Realität und Albtraum verschwimmen. Ich versuche zu fliehen, doch das Buch hält mich gefangen, wie ein Opfer in den Klauen eines Dämons.
Die finsteren Mächte, die im Buch lauern, beginnen sich zu manifestieren. Schatten tanzen an den Wänden, und das Flüstern wird zu einem markerschütternden Schrei. Ich bin ihrem Bann vollkommen erlegen.
Nun wandele ich durch ein Labyrinth des Grauens, meine Gedanken von Wahnsinn erfüllt. Die Poesie des Schreckens hat mich gefangen genommen, und ich fürchte, dass ich nie wieder den Weg ins Licht finden werde.
Ich versuche verzweifelt, mich gegen die dunklen Kräfte zu wehren, die mich umgeben. Doch je mehr ich mich wehre, desto stärker scheinen sie zu werden. Jeder Schritt führt mich tiefer in den düsteren Abgrund, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
In einem Moment der Klarheit enthüllt das Buch mir die wahre Natur seiner Macht. Es ist nicht nur ein Werk der Poesie, sondern ein Portal zu einer Welt jenseits der unseren, eine Welt des Schmerzes und der Qual. Ich erkenne, dass ich verloren bin, gefangen in diesem Albtraum.
Mit letzter Kraft versuche ich, ein Gebet zu murmeln, in der Hoffnung, dass irgendjemand meine Hilferufe hören wird. Doch meine Worte verhallen ungehört in der Dunkelheit, während das Buch mich weiter in seine Klauen zieht.
Mit finsterem Gruß aus den Schatten der Nacht,
Dein im Labyrinth des Schrecken verlorener Geschichtenerzähler.
Quellenangaben:
Inspiriert von der eisigen Umarmung der Einsamkeit in kalten Mondnacht.
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
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Ich darf nicht auftun, süßes Kind, darf dich nicht hegen, dich nicht tränken . . . Ich darf an dich nur alle Nacht, nur alle Nacht in Tränen denken. Ich nahm die Laute in meine Hände und sang. Sang von den Blicken des Weibes, die meine Ketten zerbrochen hatten und mich das Schaffen gelehrt. Quelle: Mit roten Kressen Gedichte von Clara Müller-Jahnke Berlin 1910 www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Es war noch warm von den Körpern der Beter. Durch seine Seele geht Ein stumm Gebet Ave Maria! Ob er sie wiedersehen wird, ob nicht,Die ferne Heimat? Ein instinktives Verständnis für die weibliche Natur lehrte ihn, daß Mädchen, wie die schöne Ilse, durch die Bewunderung, die man ihnen abnötigt, am sichersten zu gewinnen sind. Unten im Dorf finden wir sie dann doch noch wieder. Sie tat, als ob sie nach mir suchte, und rief. Von Lyon ging ich mit einer Schoyte nach Avignon. Was läufst du so, Schildknecht? ruft er ihm zu. Auf dem Wege zwischen Königsberg und Pirgallen ritt er sein Pferd fast zu Schanden, das er sich endlich als Regimentsadjutant halten konnte, und auf den Schnitzeljagden stellte er durch seine Reiterkunst sämtliche Kürassierleutnants in den Schatten. Ich gab niemals auf an dich zu denken und zu lieben. Um ihretwillen vertauschte er seine Studierstube mit dem Ballsaal; er entwickelte gesellige Talente, die bisher niemand in ihm vermutet hatte, er wurde das belebende Element aller großen und kleinen Feste. Nur mit Entsetzen wach ich morgens auf, Ich möchte bittre Tränen weinen, Den Tag zu sehn, der mir in seinem Lauf Nicht einen Wunsch erfüllen wird, nicht einen, Der selbst die Ahnung jeder Lust Mit eigensinnigem Krittel mindert, Die Schöpfung meiner regen Brust Mit tausend Lebensfratzen hindert. Doch als ich daran dachte kam eine Träne mehr. Die Ricke weinte nicht vor Wut, sondern aus Mitleid. Der Gott, der mir im Busen wohnt, Kann tief mein Innerstes erregen; Der über allen meinen Kräften thront, Er kann nach außen nichts bewegen; Und so ist mir das Dasein eine Last, Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt. […] Mehr lesen >>>
geognostisch zum linken Ufer gehörige Spaargebirge (200 m). Zu beiden Seiten der Auswahl Elbe von Tetschen abwärts bis Pirna bildet das Elbsandsteingebirge oder die Gehe zu Sächsische Schweiz (s. d.) ein im Durchschnitt über 325 m hohes bewaldetes Plateau, aus Quadersandstein mit einzelnen Basaltdurchbrüchen bestehend, von tiefen und engen Thalschluchten durchfurcht, mit zahlreichen aufgesetzten Tafelbergen, darunter dem Lilienstein (409 m) am rechten, dem Königstein (360 m), den Zschirnsteinen (558 und 494 m), dem Papststein (438 m) und dem Pfaffenstein (423 m) am linken Ufer. Die höchste, aber flachere Erhebung dieses Gebiets ist in Sachsen der Große Winterberg (558 m) auf dem rechten Elbufer. Westlich von der Auswahl Elbe erstreckt sich das Hauptgebirge Sachsens, das Auswahl Erzgebirge (s. d.), in einer Länge von 151 km von den Quellen der Gottleuba in westsüdwestlicher Richtung bis über die Quellen der Zwickauer Mulde und Zwota hinaus. Der Kamm desselben ist eine einförmige, oft stundenbreite öde Sumpf- und Waldfläche ohne Paßeinschnitte von 700-850 m durchschnittlicher Erhebung, über welche die höchsten auf sächsischem Gebiet liegenden Berge, der vordere (1217 m) und hintere Fichtelberg (1213 m), emporragen. Die bedeutendsten Höhen des Gebirges liegen auf böhmischem Gebiet; auf der sächsischen Nordabdachung zwischen Elb- und Zschopauthal erheben sich nur der basaltische Geising (822 m) und der Kahlenberg (894 m). Eine Linie von Mittweida über Nossen, Wilsdruff, Wesenstein, Berggießhübel begrenzt das über 325 m hohe Terrain, welches nur selten einen scharfen Abfall, wie im Windberg (364 m) zum Plauenschen Grund, zeigt. Aus der Tiefebene erheben sich das kleine Oschatzer Grauwackengebirge mit dem weithin sichtbaren Kolmberg (314 m) sowie die Hügelgruppen von Lübschütz bei Strehla und von Hohburg, letztere mit dem Löbenberg (241 m) und dem Spitzberg (204 m). Eine etwas mannigfaltigere Gestaltung als der östliche Gebirgsflügel zeigt der von dem Pöhlbach und der Zschopau im O. bis gegen Schöneck und Auerbach im Westen. […] Mehr lesen >>>
Die Sonne, eine tägliche Garantie am Himmel des kleinen Lauterbachs, versagte an jenem Morgen schnöde ihren Dienst. Nicht, weil Wolken sie verschluckten, sondern weil das, worüber sie sonst ihre ersten Strahlen warf, die ehrwürdige Bergspitze, die seit Menschengedenken den Horizont zierte, einfach nicht mehr da war. Ein Loch klaffte da, wo Stein und Himmel sich trafen. Ein kollektiver Atemzug stockte in den Gassen, gefolgt von einem Flüstern, das rasch zu einem beklemmenden Murren anschwoll. Was war geschehen? Und wie konnte ein ganzer Berg verschwinden, ohne ein Geräusch, ohne eine Spur? Lena spürte die Abwesenheit der Bergspitze wie einen Phantom-Schmerz. Sie war jung, aber in ihren Augen spiegelte sich die alte Seele des Gebirges wider. Neben ihr stand Jonas, ihr jüngerer Bruder, dessen Hände unruhig den Saum seiner Jacke kneteten. Wo die Erwachsenen in ratlosem Schweigen verharrten, wo die Furcht die Worte erstickte, erwuchs in ihnen eine Entschlossenheit, fest wie der Granit unter ihren Füßen. Eine unsichtbare Kraft zog sie hinaus, ein Ruf, der sich in ihren Herzen festsetzte. Es war das Echo der fehlenden Spitze, das sie zur Suche drängte. Die Pfade, die sie wählten, waren nicht die der Neugier, sondern die des Schicksals. Der Wald schluckte das Licht, und jeder Schritt auf dem feuchten Moos hallte in der ungewohnten Stille wider. In einer windschiefen Hirtenhütte, Unterschlupf vor dem peitschenden Nieselregen, der sich wie feine Nadeln auf ihre Haut legte, fand Lena die Antwort. Es war kein alter Schäfer, der ihnen half, sondern ein vergilbtes Buch. Darin schlummerte die Legende vom Schatz, nicht aus Gold, sondern aus purer, erdverbundener Macht. Ein Artefakt, hieß es, das die Essenz des Gebirges in sich trug, verborgen in einem Tal tief im Böhmerwald. Die Zeilen flüsterten von einem Geheimnis, älter als die Bäume, lauter als das Heulen des Windes, der nun mit wütender Wucht gegen die morschen Holzwände hämmerte. Konnte ein alter Mythos wirklich die Realität verändern? Der Weg zum verborgenen Tal wurde zur Prüfung. Das Erzgebirge zeigte sein wahres, wildes Gesicht. Ein Sturm brach herein, peitschender Regen ließ ihre Wangen brennen, und der Wind riss an ihren Mänteln, als wollte er sie in den Abgrund stoßen. Dornige Dickichte zerrten an ihrer Kleidung, und glitschige Felswände ragten wie schweigende Wächter auf. Doch jeder Schmerz, jede Anstrengung entfachte das innere Feuer ihrer Entschlossenheit. Sie krochen voran, geleitet von der Ahnung, dass das Ende ihrer Reise eine Wahrheit bereithielt, die alles veränderte. Doch was würde sie dort erwarten, in der tiefsten Einsamkeit des Gebirges? Ein Triumph oder eine Falle, die ihre Hoffnung für immer verschluckte? […] Mehr lesen >>>
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