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Die unsichtbaren Grenzen

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Internet-Magazin Wandersmann Berg Wald Strom Feld ...

Das Geheimnis des verlorenen Wanderers.

Der Beginn der Reise durch das mystische Erzgebirge

Das letzte Tageslicht verschwindet zwischen den Baumstämmen.

Das letzte Tageslicht kroch wie kaltes Metall zwischen den Stämmen hindurch. Ich atmete den Geruch von nassem Moos und moderndem Holz ein, einen Geruch, der nach Erde und Vergangenheit schmeckte. Der Pfad unter meinen schweren Wanderstiefeln war weich, ein Teppich aus Nadeln. Hinter mir lag der Schreibtisch, die hell erleuchteten Bildschirme, das konstante Summen der Lüftung. Vor mir lag nur das Erzgebirge und das Versprechen, dass hier noch etwas anderes atmete als ich. Etwas, von dem die alten Geschichten in den verschlissenen Büchern der Bibliothek geflüstert hatten. Ich zog die Kapuze enger und ging tiefer hinein.

Das Herz des Waldes schlägt in einem anderen Tempo.

Das Herz des Waldes schlug in einem anderen Tempo. Die Buchen wichen Fichten, die wie dunkle, schweigende Wächter an den Hängen standen. Ihre Äste verflochten sich zu einem Dach, das den Himmel auslöschte. Das Flüstern begann nicht mit dem Wind. Es kam von unten, ein gedämpftes Rascheln im Farn, ein Knistern unter der Wurzel. Mein eigener Atem klang laut in dieser Stille. Der gut gepflegte Weg schrumpfte zu einem schmalen Band, dann zu einer unsicheren Spur von umgestürzten Steinen und freiliegendem Wurzelwerk. Ich blieb stehen. Horchte. Nichts. Dann, deutlich und nah, das Platschen eines einzelnen, schweren Tropfens. Ich wandte mich der Quelle des Geräusches zu und sah zwischen den Stämmen hindurch das silberne Blinken von Wasser.

Der Fluss war ein reißender Strom aus geschmolzenem Grau.

Der Fluss war ein reißender Strom aus geschmolzenem Grau. Schaumkronen zerrissen sich an schwarzen Felsen. Das Donnern füllte meine Ohren, meinen Schädel, vertrieb jeden anderen Gedanken. Das andere Ufer war nur eine dunklere Linie zwischen dem nassen Gestein und dem verschatteten Wald. Es gab keine Brücke. Keinen umgestürzten Baum. Nur die glatten, vom Wasser polierten Steine, die wie Rücken von ertrunkenen Tieren aus der Gischt ragten. Die Kälte des Wassers traf mich wie ein Schlag, als ich den ersten Schritt wagte. Sie kroch durch das Gore Tex, durch die Socken, bis in die Knochen. Jeder Schritt war ein Kampf gegen die ziehende Kraft, die mich ins Strudeln locken wollte. Das Wasser peitschte mir bis zur Hüfte. Ich stützte mich auf meinen Stock, ein zitterndes, aussichtsloses Bollwerk. Mitte des Stroms wusste ich, es gab kein Zurück. Nur Vorwärts. Mit einer letzten, rohen Anstrengung warf ich mich auf das gegenüberliegende Ufer und lag dort, keuchend, das Donnern noch immer in meinen Zähnen spürbar.

Die Stille im Tal war eine vollkommene und schwere Last.

Die Stille war vollkommen. Selbst das Donnern des Stroms war plötzlich verschluckt worden, als hätte der Wald einen Vorhang fallen lassen. Ich rappelte mich auf. Vor mir öffnete sich ein Tal, das auf keiner meiner Karten existierte. Weite, verwilderte Felder breiteten sich aus, überwuchert von Adlerfarn und Brombeergestrüpp. Die Grenzsteine waren moosbedeckt und umgestürzt. In der Ferne ragten die schroffen, dunklen Silhouetten der Berge gegen einen bleiernen Himmel. Kein Vogelruf. Kein Insektensummen. Die Luft roch nach feuchtem Gras und etwas anderem, etwas Metallischem, wie rostiges Eisen oder altes Blut. Hier war nichts bestellt worden, seit lange nicht. Die Natur hatte sich nicht einfach zurückerobert. Sie hatte etwas begraben.

Die ersten Schatten bewegten sich mit eigener Absicht.

Die ersten Schatten bewegten sich anders. Es waren nicht die langen, vom Winkel der untergehenden Sonne geworfenen Schatten. Diese hier glitten zwischen den verkrüppelten Birken am Rande des Feldes entlang. Kompakt. Absichtlich. Ich erstarrte. Mein Blick versuchte, Form zu fassen, wo keine war. Ein Flackern von etwas Grauem. Ein Glühen, das kein reflektiertes Licht sein konnte, tief im Gebüsch. Augen. Sie waren regungslos auf mich gerichtet. Ich zwang mich, einen Schritt rückwärts zu gehen. Das Glühen folgte mir. Ein zweites Paar zündete daneben. Dann ein drittes. Kein Knurren, kein Fauchen. Nur dieses stille, brennende Beobachten. Ich drehte mich um und ging, langsam, den Rücken in steifen Widerstand verwandelt. Ich spürte ihren Blick zwischen meinen Schulterblättern wie eisige Nadeln.

Der Pfad war verschwunden und das Dröhnen begann.

Der Pfad war verschwunden. Das Feld endete an einer Wand aus Fichten und Dornengestrüpp. Ich irrte am Rand entlang, getrieben von der instinktiven Angst, das Offene hinter mir zu lassen. Die Augen folgten mir nicht, soweit ich es sagen konnte. Aber die Stille war jetzt eine Last. Ein Druck auf den Trommelfellen. Dann hörte ich es. Zuerst nur ein Gefühl, eine Vibration im Boden. Ein fernes, rhythmisches Dröhnen. Es wurde lauter. Nicht nur ein Geräusch. Ein Gewitter aus Hufen, das näher kam, vermischt mit etwas, das wie das Jaulen von Hunden klang, aber zu hoch, zu verzweifelt. Und Geschrei. Menschliches Geschrei, herausgerissen aus hundert Kehlen, voller Wut und Qual. Das Wilde Heer. Die Geschichte war kein Märchen. Sie war eine Warnung, und ich hatte sie nicht beachtet. Ich brach durch das nächste Gebüsch, Dornen rissen an meiner Jacke, und stolperte in eine flache, steinige Senke.

Die Senke war ein vergessener Ort mit einem schwarzen Tümpel.

Die Senke war ein vergessener Ort. In ihrer Mitte lag ein kreisrunder, schwarzer Tümpel, das Wasser so regungslos wie Öl. Um ihn herum standen Steine in seltsamen, gekippten Winkeln, keine natürliche Formation. Feldsteine. Sie markierten etwas. Ich kniete mich hinter den größten, mein Herz schlug mir gegen die Rippen. Das Dröhnen, das Jaulen, das Geschrei füllte die Welt. Es kam nicht von über der Senke. Es kam direkt durch sie hindurch. Durch die Luft, die plötzlich eisig und scharf war. Durch den Boden, der unter meinen Handflächen bebte. Ich wagte einen Blick über den Stein. Sie waren kein festes Bild. Sie waren ein Sturm aus Eindrücken. Ein blasses Pferd, auf dem ein Reiter hockte, dessen Umrisse flackerten. Hunde, die aus Rauch und Gier zusammengesetzt schienen. Gestalten in zerrissenen Kleidern, die liefen, ohne voranzukommen. Ihr Zug raste durch die Senke, mitten durch mich hindurch. Ich spürte keine Berührung, nur eine durchdringende, seelenlose Kälte. Ein Name brandete in dem Geheul auf, immer wieder. Hackelberg. Dann war es vorbei. Die Stille kehrte zurück, schwerer denn je. Auf dem schwarzen Wasser des Tümpels tanzten keine Wellen.

Der steinerne Kreis war mehr als nur ein vergessener Ort.

Ich blieb noch lange hinter dem Stein. Die Kälte saß in meinem Mark. Als ich mich bewegte, waren meine Glieder steif wie Holz. Der steinerne Kreis zog mich an. Ich trat näher an den Tümpel. Im trüben Spiegel der Oberfläche sah ich nicht mein Gesicht. Ich sah die verzerrten, gejagten Gesichter des Heeres, eingefangen für einen Moment. Und dahinter, blass und verloren, mein eigener Blick. Ich hob einen Stein auf und warf ihn hinein. Er sank ohne ein Geräusch. Kein Platschen. Er wurde einfach verschluckt. In der Tiefe blitzte etwas. Kein Gold. Etwas Blasses, Rundes. Ein Schädel? Ich trat zurück. Die Senke war kein Ort. Sie war ein Tor. Und ich stand auf der falschen Seite.

Der Abstieg begann im Zwielicht unter uralten Bäumen.

Der Abstieg begann im Zwielicht. Ich folgte keinem Pfad mehr, nur dem Gefälle, dem Versprechen von Tiefe. Der Wald hier war älter, mächtiger. Bäume, so dick wie Häuser, waren mit Flechten behangen wie mit langen, grauen Bärten. Der Boden war weich und federnd, ein Grab für Jahrhunderte von verrottendem Laub. Die Luft schmeckte nach Pilzen und Zersetzung. Ich hatte die Höhen verlassen, die windumtosten Gipfel der Berge. Jetzt drang ich in etwas ein, das wartete. Jeder Schritt kostete mehr Kraft. Nicht körperlich. Es war, als würde der Wald meinen Willen absorbieren, meine Entschlossenheit in seinem feuchten Dunkel zersetzen. Etwas beobachtete mich aus den Höhlen zwischen den Wurzeln. Klein. Beweglich. Ich hörte ein Kichern, hart und gläsern, wie sich Steine aneinander reiben. Ich drehte mich um. Nichts. Nur das stille, grüne Halbdunkel. Aber auf einem moosbedeckten Stein, wo vorher nichts lag, lag jetzt ein kleiner, unregelmäßig geformter Klumpen. Quarz. Durchsichtig wie Eis. Ich bückte mich nicht. Das Geschenk der Zwerge, sagte eine innere Stimme, die nach den Büchern klang. Nimm es und der Weg schließt sich für immer hinter dir.

Die Dunkelheit war eine Substanz und der Stollen eine Wahl.

Die Dunkelheit war kein Mangel an Licht. Sie war eine Substanz. Sie tropfte von den Ästen, sie sammelte sich in den Senken. Ich konnte meine eigene Hand vor meinem Gesicht nicht sehen. Das leise Kichern umgab mich jetzt, bewegte sich im Kreis. Kleine, flinke Füße auf trockenem Laub. Sie trieben mich vor sich her. Ich stolperte vorwärts, die Arme vorausgestreckt, mein Stock längst verloren. Mein Fuß traf auf etwas Hartes. Metall. Eine rostige Schiene, die aus dem Boden ragte. Dann eine zweite. Ein alter Grubenbahnweg, der in die Seite des Berges führte. Der schwarze Schlund eines Stollens öffnete sich vor mir. Aus ihm strömte eine Luft, die nach Stein, nach Tiefe, nach vergessener Angst roch. Das Kichern erstarb. Die kleinen Wächter hatten ihr Ziel erreicht. Vor mir lag der Berg. In ihm schliefen die Geister des Gesteins, die über Schätze und Schicksale wachten. Hinter mir war der Wald, gefüllt mit dem Atem des Heeres. Ich zögerte am Rand der absoluten Schwärze. Der Stollen war mehr als ein Loch. Er war eine Wahl.

Im Stollen fanden sich Zeichen an den feuchten Wänden.

Ich zündete meine Stirnlampe an. Der schmale Lichtstrahl schnitt die Schwärze auf, traf auf feuchte, von Pfählen gestützte Wände. Die Schienen verschwanden im Dunkel. Ich ging. Das Geräusch meiner Schritte war ein Sakrileg in dieser Stille, ein Echo, das sofort von der Erde verschluckt wurde. Die Luft wurde enger, schwerer. Ab und zu ein Tropfen Wasser, der mich erschrecken ließ. Der Stollen verzweigte sich. Ich folgte immer der steilsten Abwärtsneigung. Mein Licht fing etwas auf. An der Wand. Zeichen. Eingeritzte Kreuze, stilisierte Hämmer, verblasste Zahlen. Die Sprache der Bergleute. Dann, tiefer, andere Markierungen. Sie sahen nicht menschlich aus. Kratzer. Wirre Linien, die Angst atmeten. Mein Licht begann zu flackern. Die Batterie. Ich blieb stehen. In der plötzlichen, tieferen Stille hörte ich es. Nicht hinter mir. Unter mir. Ein langsames, mahlendes Geräusch. Als ob der Berg seine Zähne bewegte.

Die Finsternis war vollständig und der Berg bewegte seine Zähne.

Die Finsternis war nun vollständig. Meine Lampe war tot. Ich lehnte mich gegen die kalte Wand, das Atmen fiel schwer. Das mahlende Geräusch war lauter geworden. Es war kein Geräusch der Zerstörung. Es war ein Geräusch des Wartens. Hier unten gab es keine Zeit, keine Richtung. Nur das Gewicht von Milliarden Tonnen Gestein über mir. Und den langsamen Atem von etwas, das älter war als die Berge. Ich hatte die Quest begonnen, angezogen von Legenden. Jetzt war ich in der Mitte ihrer Wahrheit gefangen. Das Heer jagte über die Berge. Die Zwerge hüteten die Gänge. Und hier, im Kern, wartete der Berggeist selbst. Launisch. Hilfreich. Strafend. Meine Anwesenheit war ein Störsignal in seinem alten Traum. Ich schloss die Augen, was keinen Unterschied machte, und versuchte, den Weg zurück in mein Gedächtnis zu zeichnen. Jede Abzweigung, jede Steigung. Dann spürte ich eine leichte Brise. Ein Hauch von Luft, die nicht nach Stein, sondern nach kaltem, nassem Moos roch. Sie kam von links. Von einem Seitengang, den ich nicht gesehen hatte.

Ich kroch in eine Grotte mit einem lautlosen Bach.

Ich kroch auf allen vieren. Der Gang wurde enger, die Decke senkte sich, bis der Stein meinen Rücken streifte. Die Brise wurde stärker. Sie trug einen anderen Geruch mit sich. Frisches Wasser. Die Kälte der Tiefe wich einer feuchten, lebendigen Kälte. Vor mir, als winziger Punkt, erschien Licht. Kein Tageslicht. Ein grünliches, flackerndes Leuchten, wie von verfaultem Holz. Ich zwängte mich heraus, in eine kleine, natürliche Höhle. An ihrer Decke wuchs moosgrünes, phosphoreszierendes Flechtwerk. Es spiegelte sich in einem unterirdischen Bach, der lautlos durch die Grotte floss. Am Ufer des Baches saß eine Gestalt. Sie war klein, in graue, zerlumpte Tücher gehüllt. Ihr Rücken war mir zugewandt. Sie bewegte sich nicht. Ich wagte keinen Schritt, keinen Laut. Dann sprach sie. Ihre Stimme war das Rauschen von fallendem Wasser über Steine, das Knacken von dürren Ästen. Du suchst den Ausweg, Wandersmann. Aber der Berg gibt nur das frei, was ihm gehört. Was hast du gebracht, das sein Eigen war?

Die Gestalt fragte nach dem Preis für den Ausweg.

Ich hatte nichts. Nur meine leeren Hände, meine Angst, meine Erschöpfung. Das Quarzstück, das ich nicht genommen hatte. Die Gestalt drehte sich langsam um. Unter der Kapuze war kein Gesicht. Nur eine Vertiefung von Schatten, in der das grüne Licht der Flechten sich fing wie in einem alten Brunnen. Mein Herz stand still. Ich bin verloren, sagte ich, und meine Stimme war ein Krächzen. Ich wollte nur die Wunder sehen. Die Wunder, flüsterte die Gestalt, sind nicht zum Sehen. Sie sind zum Ertrinken. Sie zeigte mit einer knöchrigen Hand auf den schwarzen Bach. In seinem stillen Fluss sah ich wieder die Gesichter. Das wütende Gesicht des Reiters Hackelberg. Die gequälten Gesichter des Heeres. Und mein eigenes, verzerrt von einer Gier, die ich nie gekannt hatte, der Gier, etwas zu besitzen, was nicht für mich bestimmt war. Das ist der Preis, sagte die Stimme. Ein Blick in dein eigenes, wildes Herz. Der Berg zeigt dir nur, was schon da ist. Willst du darin ertrinken, Wandersmann?

Ich wollte nicht in dem Spiegel meines Herzens ertrinken.

Ich riss meinen Blick von dem Wasser los. Ich sah auf meine leeren, zitternden Hände. Ich hatte keine Schätze gesucht. Nur Stille. Und hatte stattdessen den Lärm meiner eigenen Seele gefunden. Ich schüttelte den Kopf. Nein, sagte ich, und diesmal war die Stimme fester. Ich will nicht ertrinken. Die Gestalt neigte den Kopf. Die Schatten unter der Kapuze schienen sich zu beruhigen. Dann folge dem Wasser. Es führt zum Strom. Und der Strom führt aus dem Bauch des Berges. Aber vergiss den Blick nicht. Er gehört jetzt zu dir. Sie löste sich auf. Nicht in Rauch. Sie zerfiel einfach in das grüne Licht, in das Rauschen des Baches, wurde Teil der Höhle. Ich war allein. Ich kniete mich an den Bach und trank. Das Wasser war eiskalt und rein. Dann folgte ich seinem Lauf, durch enge Spalten, über glatte Felsen, immer dem leisen Singsang des fließenden Wassers nach.

Das Rauschen wurde zum Donnern und das Tageslicht kehrte zurück.

Das Rauschen wurde zum Donnern. Das grüne Licht der Flechten verblasste. Vor mir brach das Tageslicht durch einen Vorhang aus Efeu und fallendem Wasser. Ich zwängte mich hindurch, wurde nass, wurde geschlagen von der Kraft. Und dann stand ich. Im Freien. Die Sonne stand tief, genau wie bei meinem Aufbruch. Vor mir rauschte der gleiche reißende Strom. Hinter mir lag der dunkle Schlund des Berges, versteckt hinter dem Wasserfall. Ich befand mich auf der anderen Seite des Tals. Die weiten, verwilderten Felder lagen nun stromaufwärts. Ich hatte den Kreis durchbrochen. Ich drehte mich nicht um. Ich watete durch den Strom, seine Kälte war jetzt vertraut, fast reinigend. Auf der anderen Seite fand ich, fast unsichtbar unter Farnen, den schmalen Pfad. Den Pfad zurück. Meine Schritte waren schwer, aber klar. Ich trug kein Gold, kein Geheimnis. Nur die Erinnerung an das mahlende Geräusch des Berges, an das Jaulen des Heeres, und an das Gesicht, das im schwarzen Wasser mein eigenes gewesen war. Die Wunder waren nicht draußen. Sie waren das Echo, das mein Schritt jetzt in der still gewordenen Welt hinterließ.


Mit besten Grüßen aus dem mythischen Erzgebirge und dem Echo des Wilden Heers im Rücken,
Ihr unermüdlicher Forscher und Entdecker verborgener Legenden.

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*Der geneigte Leser verzeihe dem Erzähler die zeitlose Vagheit der Örtlichkeiten. Die Pfade, die hier beschrieben werden, winden sich durch eine Landschaft der Erinnerung und des Mythos, nicht durch die nüchternen Linien einer amtlichen Karte. Sie entziehen sich beharrlich den Umbenennungen durch Politik, den Korrekturen durch Reformen und dem gnadenlosen Fortschritt der Zeit, so wie sich der Nebel im Morgengrauen jedem Versuch der Vermessung widersetzt.

Quellenangaben:
Inspiriert von den stummen Zeugen einer zerstörten Welt.
Sagen und Legenden aus dem Erzgebirge
Digitales Erzgebirge: Sagen und Legenden
ISGV: Erzgebirgische Sagenkultur
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Berg und Wald und Strom und Feld Zahnradbahn Greindelwald 2708

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Die unsichtbaren Grenzen im Asphalt von Niedersedlitz

Dresden liegt nicht mehr da, wo es einmal lag. Es hat sich verschoben, Schicht um Schicht, und nur an wenigen Stellen bricht die Vergangenheit noch wie ein rostiger Fleck durch das moderne Gewebe der Stadt. An einem solchen Ort beginnt diese Geschichte, dort, wo der Regen nicht nur nass macht, sondern durchlässig. Er wäscht den Firnis der Gegenwart ab und legt die Konturen von einer Geschichte frei, die nicht mehr da ist, aber doch unverkennbar präsent. Was, wenn ein ganzes Verkehrssystem einfach vom Erdboden verschwinden könnte, bis auf ein rostiges Stahlband unter dem Teer? Was, wenn ein Raum, der für Könige gebaut wurde, nicht umgenutzt, sondern ausradiert wurde, bis nur noch eine andere Mauerfuge davon zeugt? Diese Reise folgt keinen offiziellen Wegen, sondern den unsichtbaren Trassen und den stillen Brüchen im Stadtplan. Sie ist eine Suche nach dem, was fehlt. Nach dem Echo des Ratterns einer Bahn, die seit 1977 nicht mehr fährt. Nach dem Phantom eines königlichen Salons, in dem die Luft nach Macht und Kohleofen roch. Hier wird Geschichte nicht in Vitrinen bewahrt, sondern als Abwesenheit erfahren, als physisches Loch in der Realität. Doch nicht nur Steine und Schienen bewahren Geheimnisse. Die wahren Wächter sind manchmal lebendig. Eine Frau, deren Sorge einen prähistorischen Baum umgibt wie eine unsichtbare Barriere. Ein verbogenes Wrack am Bach, das die gewaltsame Geometrie eines Augenblicks für die Ewigkeit in Metall gegossen hat. Jeder Schritt auf diesem Spaziergang ist eine Konfrontation. Eine Konfrontation mit den stillen Ansprüchen der Dinge, mit den Rechten der Bäume und der Erinnerung der Backsteinwände. Die industriellen Giganten von einst sind zu leeren Hüllen aus Backstein geworden, aber ihr Herzschlag aus Rauch und Metall hallt im nassen Pflaster nach. Diese Erkundung ist mehr als ein Spaziergang. Es ist eine Archäologie der Jetztzeit. Eine Untersuchung dessen, wie sich Sedimente von Namen überlagern - von Sedelicz zu Niedersedlitz, von Killinger- zu Bahnhofstraße. Sie folgt der Frage, was eine Gemeinschaft zusammenhält, wenn die Fabriken schweigen, und was ein Viertel definiert, wenn seine ursprüngliche Bestimmung längst verraucht ist. Am Ende steht nicht eine Antwort, sondern eine verdichtete, gesammelte Stille. Eine Stille, die schwer in den nassen Kleidern hängt und aus lauter geflüsterten Geschichten besteht. Doch Vorsicht: Wenn Sie genau hinhören, zwischen den Tropfen und dem Verkehrslärm, werden Sie vielleicht das Klackern von Schienen hören, die es nicht mehr gibt, und das Flüstern von Kronen, die hier längst nicht mehr verweilen. Die Stadt hat ihre Geheimnisse nur vergraben, nicht vergessen. Und manchmal, an verregneten Nachmittagen, wachsen sie wieder an die Oberfläche. […] Mehr lesen >>>


Wanderung durch eine Nacht der Geister zur Wildnis um die Ruine

Der Sonntagabend stirbt in Dresden einen langsamen, nassen Tod, als sich ein einsamer Spaziergänger auf den Weg über das Blaue Wunder macht. Sein Ziel ist nicht das berühmte Schloss Pillnitz, sondern das, was darüber thront, eine künstliche Ruine aus dem 19. Jahrhundert, eine neogotische närrische Spielerei, die längst aufhörte, ein launig extravaganter Zierbau zu sein. Der Wald, der sich daneben auftut, ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, er ist ein Archiv aus Dunkelheit, ein Speicherort für alles, was die gepflegten Parkanlagen unten am Schloss vergessen haben. Jeder Schritt auf dem Pfad zum Kriegerdenkmal entfernt den Wanderer nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich von der Gegenwart. Die Luft wird dicker, kälter, sie schmeckt nach anderem Frost. Hier sind die Namen auf den Wegweisern keine bloßen Orientierungshilfen, sondern Schlüssel zu verschütteten Geschichten. Und manche dieser Geschichten scheinen darauf zu warten, gehört zu werden. In der Ruine selbst, hinter vergitterten Fenstern, liegt der Kern des Rätsels. Ein Saal, einst im verspielten Zopfstil für fürstliche Sommergelage ausgestattet, ist jetzt nur noch ein steinerner Schädel, ausgehöhlt von der Zeit. Doch was, wenn Zeit hier nicht linear verläuft? Was, wenn die Vergangenheit keine abgeschlossene Akte ist, sondern ein Raum mit geöffneter Tür? Der Besucher wird bald zum Eindringling. Ein warmer Porzellanscherben in der eisigen Kälte, ein plötzlicher Duft nach Kerzenwachs und Parfüm - das sind keine Zufälle, das sind Signale. Die Ruine beginnt, sich zu regen. Ein Flüstern erhebt sich, kein einzelner Hauch, sondern ein Chor aus gefangenen Stimmen, die Melodien von Festen summen, die vor Jahrhunderten endeten. Ist der Spaziergänger ein willkommener Gast oder eine Störung im ewigen Kreislauf ihrer Erinnerung? Die Atmosphäre kippt, als die erste direkte Berührung folgt - eine Präsenz, die sich nicht als Kälte, sondern als ein fühlbares Nichts auf der Haut ankündigt. Was beginnt, ist keine einfache Angst vor dem Dunkeln. Es ist die konkrete, atemraubende Gewissheit, verfolgt zu werden. Nicht von einem wilden Tier, sondern von der Geschichte selbst, verkörpert in einer jagenden Schar, die nach etwas verlangt: nach Anerkennung, nach einem Zeugen, vielleicht nach einem Opfer. Die Flucht wird zum Wettlauf gegen Schatten, die keine Gesichter, aber Absichten haben. Die rettende Straße mit ihrem ordinären Laternenlicht scheint in weiter Ferne. Der Wald verändert seine Topografie, wird zur lebenden Falle. Am Ende bleibt eine drängende, ungelöste Frage, die über das bloße Entkommen hinausgeht: Was haben die Geister der alten Bewohner wirklich von ihm gewollt? Und hat er es ihnen gegeben, als er ihren Namen rief? Die Antwort glimmt vielleicht noch immer, ein grünliches, unerklärliches Licht, hoch über den Dächern von Pillnitz, und wartet auf den nächsten, der bereit ist, die Stille zu brechen. […] Mehr lesen >>>


Das Haus gegenüber kennt deinen Namen

Die Straße schlief nie wirklich. Selbst um drei Uhr morgens, wenn der letzte Nachtbus schon längst durchgerattert war, blieb etwas wach. Ein Flüstern, das zwischen den alten Mietshäusern hing, im Dachgebälk, ein Kratzen an Kellerwänden. Doch seit jenem Oktoberabend, an dem die Petroleumlampe im leerstehenden Haus gegenüber wieder zu brennen begann, wurde ihr klar: Dieses Flüstern galt ihr allein. Jeden Abend um 18:37 Uhr erwachte das Licht hinter der verstaubten Scheibe. Kein elektrisches Leuchten, sondern dieses warme, unregelmäßige Glimmen und Flackern, das Schatten an die Wände malte wie Finger, die nach etwas suchten. Der Makler hatte geschworen, das Haus stünde seit einem Jahrzehnt leer. Die Erben, so sagte er, stritten sich vor Gericht um jeden Quadratmeter. Doch wer bewegte dann die Vorhänge? Wer hinterließ diese frischen Fußabdrücke im Flurstaub, die sie eines Regentages durchs Schlüsselloch erspäht hatte? Sie beobachtete das wochenlang, bis die Neugier stärker war als die Angst. An einem Abend, als ein eisiger Schauer die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelte, trat sie durch die offenstehende Tür. Der Geruch von feuchtem Gips, ranzigem Öl und etwas Süßlichem, Verwestem, schlug ihr entgegen. Die Treppe knarrte unter jedem Schritt, als würde das Haus unter ihren Füßen aufwachen. Oben, in dem Raum mit dem Fenster, stand die Lampe auf einem alten Schreibtisch. Sie war kalt. Doch darunter lag ein Blatt, so weiß, als wäre es gerade erst hingelegt worden. Und darauf, in tintenblauer Tinte, die exakte Kopie ihrer Handschrift: Du hast endlich aufgehört, nur zu gucken. Neben der Lampe lag eine Landkarte, die ihre vertraute Straße zeigte, aber die Wege führten ins Nichts. Eine rote Linie zog sich vom Haus zum Friedhof am Stadtrand und von dort zum Fluss. An der Uferlinie, in winzigen, verkrampften Buchstaben, stand: *Such nicht nach mir. Such nach dem, was ich vergaß. Was hatte sie vergessen? Die Frage brannte in ihr, als ein Geräusch im Flur sie aus ihren Gedanken riss. Ein metallisches Klicken, wie ein Schlüssel, der im Schloss gedreht wird. Sie erstarrte. Im Fenster gegenüber sah sie nicht die dunkle Straße, sondern ihr eigenes Küchenfenster. Und darin: sich selbst, wie sie gelangweilt am Tisch saß und auf ihr Handy starrte. Eine Szene aus einem anderen Abend, gefangen im Glas. Unten schlug die Haustür ins Schloss. Die Schritte auf der Treppe hatten keinen Rhythmus. Sie kamen näher, schleppend, dann hastig, als würde etwas Schweres gezogen. Die Lampe erlosch mit einem letzten Flackern, das die Schatten zu Monstern anwachsen ließ. Im Dunkeln hörte sie, wie sich der Türknauf drehte. Langsam, mit einem quietschenden Widerstand, als ob er lange nicht benutzt worden wäre. Draußen schlug die Kirchturmuhr Mitternacht, und in ihrem eigenen Zuhause gegenüber erlosch das Licht. Dann, in der lautlosen Finsternis, hörte sie, wie sich die Haustür öffnete. Nicht von außen. Von innen. Etwas kam die Treppe herauf. […] Mehr lesen >>>


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